Der Verein

Der Landschaftshof Baerlo wird von der „Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz im Kreis Viersen e.V.“ ehrenamtlich betrieben. Ihre Mitglieder haben sich die Aufgabe gestellt, die bäuerliche Kulturlandschaft des Niederrheins als Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten, aber auch einer lebendigen Kultur, zu erhalten. Zu diesem Zweck führen sie, hauptsächlich im Gebiet des Naturparkes Schwalm-Nette, Maßnahmen zum Erhalt und zur Pflege vieler Biotope durch. Dieser Biotopschutz erhält und fördert die Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten des Niederrheins.


Landschaftshof Baerlo




Brütende Ente am Hofteich



Schottische Hochlandrinder

Viele alte Nutztierrassen sind heute vom Aussterben bedroht. Auch deshalb haben die Mitglieder um den Landschaftshof Baerlo in jahrelanger Vereinsarbeit ein abwechslungsreiches Freigelände gestaltet. Dort werden u.a. alte Hühner- und Gänserassen erhalten und eine Herde Schottischer Hochlandrinder weidet auf dem feuchten Grünland des Landschaftshofes.

Im Gehöft ist eine Dauerausstellung zur Kulturgeschichte der Korbweide, einem der ältesten nachwachsenden Rohstoffe, zusammengestellt. In einer nach historischen Vorbildern gestalteten Korbflechterstube können Interessierte die Fertigkeit des Korbflechtens erlernen.

Vorträge und andere kulturelle Veranstaltungen, aber auch Wechselausstellungen, runden die Aktivitäten des Vereins ab.

Der Niederrhein

Der Niederrhein ist eine im Wesentlichen von den Flüssen Rhein und Maas mit deren Nebengewässern geformte Landschaft. Der nördliche Teil erhielt seine heutige Gestalt hauptsächlich durch die Eiszeiten. Mit Ausnahme weniger Schotterinseln in den Auen der wilden, nicht regulierten Flüsse war der Niederrhein ursprünglich mit einem Eichen- oder Buchenmischwald dicht bewachsen.
Als der Mensch sesshaft wurde und Ackerbau betrieb, rodete er einzelne inselhafte Flächen und gestaltete so über Jahrtausende hinweg die heutige, strukturreiche Landschaft des Niederrheins. Noch heute bestimmen stattliche, einzeln inmitten der Feldflur gelegene Hofanlagen das Landschaftsbild des Niederrheins.


Der Niederrhein


Aus Torfstichen enstandene Krickenbecker Seen

Auf den trockenen Flächen entstanden Niederwälder, neben kleinen von Wallhecken begrenzten Wiesen. Längs der Bäche und Entwässerungsgräben wurden Kopfweiden in einer Fülle angepflanzt, die für uns heute unvorstellbar ist. Torf wurde als Brennmaterial hauptsächlich für die Städter abgebaut, die aufgelassenen Torfstiche wurden entlang des Flüsschens Nette zu Seen mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt.
Der Mensch hat mit seiner traditionellen Bewirtschaftung die große Biotopvielfalt am Niederrhein erst geschaffen. Diese Vielfalt empfinden wir heute als natürlich, obwohl sie aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte die Folge einer Jahrtausende alten Kulturlandschaft ist.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bewirtschaftung der Landschaft des Niederrheins gewaltig verändert. Die Kleinstrukturen, die die Grundlage für Biotop- und Artenvielfalt waren, verschwanden bis auf wenige Reste. Diese Reste sind nicht selten auch nur deshalb erhalten geblieben, weil niemand sie mangels Wirtschaftlichkeit nutzen wollte.

Heute gilt es, diese Relikte zu erhalten, zu pflegen, zu entwickeln und zu vernetzen, um so den Strukturreichtum des Niederrheins zu erhalten - und wo immer möglich, zu erweitern.